Audiophiler Klang aus der Hosentasche

Das letzte Technik-Review liegt schon etwas zurück und mir ist zudem aufgefallen, dass ich noch nie groß ein Wort über mein mobiles Kopfhörer-Setup verloren habe. Dabei benutze ich die Kombination aus iBasso DX90 und InEar StageDiver SD-2S schon mehrere Jahre. Neu hinzugekommen ist noch ein FiiO X1 II DAP und ein Etymotic ER3XR In-Ear. Kleine Warnung vorweg – es ist ein langes Review geworden. Ich hoffe trotzdem, dass es informativ ist…

links FiiO X1 II / rechts iBasso DX90 (Jepp, im Hintergrund steht eine handsignierte LP von Maya Jane Coles)

 

iBasso DX90

Klar hatte ich schon mal daran gedacht etwas über den iBasso zu schreiben. Den Player habe ich vor 4-5 Jahren gekauft und benutze ihn täglich. Ob auf Arbeit oder als Begleitung zum Einschlafen, das Teil ist irgendwie nie außerhalb meiner Reichweite. Das hat auch seinen Grund. Der DX90 ist absolut zuverlässig, klingt ausgezeichnet, ist bedienerfreundlich, sehr robust und ich höre eben gern und viel Musik. Trotzdem konnte ich mich, mangels Vergleichsmöglichkeit, nie dazu durchringen ihm die gebührende Ehre einer Lobrede zuteil werden zu lassen. Das möchte ich nachholen. 

Die schlechte Nachricht zuerst. Der DX90 wird leider nicht mehr hergestellt. Man bekommt ihn mit Glück aber noch gebraucht. Warum es sich lohnt mal danach zu stöbern will ich kurz aufzeigen.

Was bietet der iBasso DX90?

  • Bitperfect playback, support up to 24Bit/192kHz.
  • Dual ES9018K2M DAC chips.
  • Built-in 10V voltage swing headphone AMP.
  • 2.4″ IPS screen (320*240) with capacitive touch panel, which is bonded by OCA.
  • Up to 24Bit/192kHz mini Coaxial output.
  • 3.5mm headphone output, and Line Out.
  • Three physical buttons (previous, play/pauses, next) on the top panel.
  • 256-steps digital volume control.
  • 8GB onboard flash memory.
  • Support for SDXC and SDHC MicroSD cards, up to 2TB.
  • 3-Setting gain switch.
  • Audio formats supported: APE, FLAC, WAV, WMA, AAC, ALAC, AIFF, OGG, MP3, DSD.
  • Support for M3U playlist
  • User replaceable battery (compatible with Samsung S3),
  • 8.5 hours play time.

Soviel zu der verbauten Technik. Ursprünglich nutzte ich zum Musik hören einen iPod Touch der 3ten Generation. Damals noch mit meinen Klipsch Image s4 In-Ears. Zu denen findet sich HIER auch ein Test. Der Akku schwächelte nach zwei Jahren und ich war auf der Suche nach Ersatz, oder besser, einem Upgrade. Da mich der Umweg über iTunes, um Musik auf den iPod zu bekommen, immer gestört hat und Preis/Leistung der damals aktuellsten Touch Generation für mich wenig überzeugend war, sollte es ein dediziertes Gerät mit audiophilem Anspruch werden. In der Zwischenzeit nutzte ich allerdings erst noch einen billigen mini MP3-Player.

Der künftige Digitale Audio Player, kurz DAP, sollte möglichst viele Audio Formate unterstützen, einen wechselbaren Akku, eine haptisch erfassbare Play/Pause-Taste und eine Erweiterbarkeit des Speichers mittels SD-Karte bieten. Denn das bot der iPod Touch alles nicht. Zur engeren Auswahl standen dann nach etwas Recherche ein FiiO X5 und der iBasso DX90. Aus dem Bauch heraus, sowie wegen des wechselbaren Akkus entschied ich mich für den DX90 und bestellte diesen direkt beim Hersteller in China. Die Versandzeit betrug dann mehr als zwei Wochen. Dadurch sparte ich aber über 100€. 

Als er dann eintraf war die Neugierde natürlich groß. Ich hatte ja noch keinen HiRes-Player. Die MicroSD + Akku waren schnell gefüllt und das Sammeln von Eindrücken konnte endlich beginnen. Als erstes fällt einem die makellose Verarbeitung auf. Das Ding sieht nicht nur gut aus, es fühlt sich auch solide an. Der überwiegende Teil des Gehäuses ist aus Alu gefertigt. Das dient nicht nur der Robustheit sondern unterstützt auch den Transport von der vom Prozessor des DAP generierten Wärme. Der wird in der Tasche bei längerer Nutzung schon ordentlich warm. Das Pfeilsymbol der Play-Taste ist erhaben und lässt sich somit selbst durch den Stoff der Hose erfühlen. Wenn es mal schnell gehen muss, braucht man zum „Muten“ nicht mal das Teil aus der Tasche holen. Das Display war ganz klar ein „Downgrade“ zum iPod Touch. Die Display-Auflösung ist deutlich geringer. Aber ganz ehrlich, das hat mich nie interessiert oder gestört. Die Bedienoberfläche ist einfach strukturiert und man gelangt ohne große Anstrengungen immer da hin, wo man möchte. Das Touchdisplay erleichtet die Bedienung ebenfalls.

Und der Klang? Super! Kein Rauschen + eine tolle Auflösung. Es ist immer nicht so ganz einfach Unterschiede bei guten DAPs herauszuhören. Die Teile unterscheiden sich klangtechnisch nicht so sehr wie Kopfhörer voneinander. Trotzdem empfand ich stets, dass er eine etwas größere Bühne bietet als andere Geräte. Im Vergleich zum excellenten IEM-Ausgang meines ADI-2 DAC von RME (HIER geht’s zum Test) liefert er allerdings nicht ganz die Auflösung in den hohen Frequenzen und neigt bei bestimmten Kopfhörern schon mal eher zum Zischeln. Ansonsten gibt er sich keine Blöße. Die Klangwiedergabe ist auf einem hohen Niveau! Zur Klangbeeinflussung besitzt der DX90 einen EQ und zwei unterschiedliche Filter. Er hat auch ordentlich Dampf um hochohmige Kopfhörer anzutreiben. Diese Pegel erreichen weder Smartphones, noch iPods. Durch den wechselbaren Akku habe ich keine lästigen Ladepausen. Ich besitze mittlerweile 3 Stück und lade diese in einer kleinen Ladestation. Der DX90 ist somit immer einsatzbereit. Der austauschbare Akku ist bei iBasso ein Alleinstellungsmerkmal. Leider! Ich wünschte mir, die Hersteller würden das generell so anbieten.

InEar StageDiver SD-2S

Nun hatte ich endlich einen vernünftigen DAP aber keine adäquaten Kopfhörer dafür. Zwar besaß ich den oben erwähnten Klipsch Image S4 aber der Eindruck zwängte sich nun deutlich auf, dass da noch viel Luft nach oben sein muss. Es sollte unbedingt ein In-Ear sein, da mir das Hören damit sehr gefällt. („In-Ear“ ist nebenbei erwähnt die Kurzform von „Insert Earphone“) Der Klangeindruck ist irgendwie was Besonderes mit den Stöpseln. Zudem sind solche Kopfhörer winzig und beanspruchen kaum Platz. Ein riesen Vorteil für unterwegs. Nach langem Hin und Her entschied ich mich für eine deutsche Firma namens InEar. Ja, die haben in ihrem Firmennamen ganz klar ausgewiesen, worauf man sich spezialisiert hat. Nun war die Frage SD-2 oder SD-3 (die SD-1, SD-4 und SD-5 gab es damals noch nicht). Der SD-3 sollte allerdings zu basslastig sein und schied dadurch zu Gunsten des SD-2 aus. 

Technische Daten

  • 2-Wege-System
  • Übertragungsbereich: ca. 20 Hz–18000 Hz
  • Ausgangsschalldruck: 119 db
  • Impedanz: 40 Ohm
  • Kabellänge: 140 cm

Die StageDiver-Serie ist ursprünglich für die Bühne konzipiert worden. Fand bei der audiophilen Community aber schnell viel Zuspruch. Insbesondere der SD-2 mit seiner neutralen Abstimmung. Die Besonderheit der Serie ist die Gehäuseform. Sie sehen aus, als wären sie mittels Otoplastik an das eigene Ohr angepasst. Das stimmt nur bedingt. Die Form entstand durch das Abnehmen mehrerer hundert Ohrabformungen und bildet sowas wie den Durchschnitt. Damit passen die In-Ears in quasi jedes Ohr. So gestaltet dichten diese sehr gut ab und sitzen fest im Ohr. Ursprünglich hatte ich die Version ohne „S“ im Namen. Die saß in meinen kleinen Ohren immer recht straff. Ich gewöhnte mich aber daran. Später brachte der Hersteller die „S“-Variante auf den Markt und ich switchte zu dieser. Das „S“- steht für „Small“ also klein. Der Hersteller denkt bei dieser Ausführer an Frauenohren, aber meine kleinen Lauscher sind auch dankbar dafür.

Klangtechnisch sind die SD-2S ganz klar neutral ausgelegt. Weder drückende Bässe, noch Funkeln in den Höhen sind ihm zu eigen. Dafür wird man aber mit einer sehr hohen Auflösung belohnt. Der SD-2S ist ein „Multi BA“-In-Ear. BA steht für Balanced Armature und da zwei verbaut sind die Bezeichnung „Multi“. Bei In-Ear Kopfhören kommen hauptsächlich zwei Treibertypen zum Einsatz. Das sind zum einen die am häufigsten, weil kostengünstig, anzutreffenden Dynamischen-Treiber und die, vor allem im höheren Preissegment angesiedelten, Balanced Armature-Treiber. Während die Dynamischen-Treiber sich um alle Frequenzen kümmern müssen, wird den BA-Treibern nur ein bestimmter Frequenzbereich zugewiesen. Damit erhält man eine verbesserte Auflösung. Es braucht dann aber i.d.R. mehr als einen Treiber. Dem gegenüber steht eine kräftigere Basswiedergabe bei den dynamischen. Da muss jeder für sich entscheiden, was ihm wichtig ist. BA-In-Ears sind auch anfälliger bei einer zu hohen Ausgangsimpedanz des DAP. Wenn diese deutlich über 1Ohm liegt kann sich der Klang verfälschen. Zurück zum Klang des StageDivers. Der ist wie bereits erwähnt sehr neutral und angenehm. Zu den Stärken des SD-2S sind die detaillierte Mittenwiedergabe, die Instrumentenseparation und die räumliche Abbildung besonders zu erwähnen. Alles mit Stimme ist seine Domäne. Elektronische Musik ist nach einer gewissen Eingewöhnungsphase aber auch für mich gut hörbar. Die Teile sind absolut langzeittauglich. Die Voraussetzung ist bei In-Ears allerdings immer ein richtiger Sitz im Ohr. Ohne diesen klingen die besten In-Ears nach nichts. Ich bin kein Freund von Silikon-Aufsätzen. Für mich haben sich die Schaumstoff-Tips als perfekte Lösung erwiesen. Ich benutze die AIR2 von INAIRS als Foamies. Die sind bei entsprechender Pflege lange verwendbar. Zudem dichten sie gut ab und sitzen bequem. Da das Kopfhörerkabel mittels Bügeln über das Ohr gelegt wird verrutscht der Sitz nie und das Kabel mikrofoniert kaum. Die Verarbeitung des Kopfhörers ist zudem top! Im Lieferumfang befindet sich ein robustes Hardcase für den Transport.

iBasso DX90 + InEar StageDiver SD-2S

FiiO X1 II

Zuerst die Technischen Daten laut Herstellerseite

  • Bluetooth 4.0
  • 1 Speicherkartenslot, MicroSD bis 256 GB
  • 2,0 Zoll, 320 x 240 Pixel Farbdisplay
  • 7-Band-Equalizer +/-6 dB
  • 102 Gramm
  • 97 mm x 55,5 mm x 12 mm
  • Empfohlene Kopfhörerimpedanz: 16- 100 Ω
  • Ausgangsleistung: > 100 mW (16 Ω/THD+N < 1%)
  • 5 Hz~60 kHz (-3dB)
  • THD+N: < 0,003 (1 kHz)
  • SNR: > 113 dB
  • Ausgangsimpedanz: < 1Ω(32 Ω Last)
  • Übersprechen: > 72 dB (1 kHz)
  • Micro-USB Anschluss zum Laden
  • AKKU: 1.800 mAh Lithium-Polymer
  • Laufzeit: > 12 Stunden
  • Ladezeit: 3 h (DC5V 2A)

WIEDERGABEFORMATE

  • APE, FLAC, WAV, Aiff, Apple Lossless, WMA Lossless: (spätere Unterstützung über Update), MP3, OGG, WMA, AAC
  • max. 192 kHz/32 Bit
  • Texas Instruments PCM5242

Die Firma FiiO ist im HiFi-Segment ein recht bekannter Vertreter der Zunft. Der chinesische Hersteller bietet eine ganze Fülle an Produkten für den geldbewussten Audiofreund. Gerade über die mobilen Player stößt man immer mal wieder. Ich liebäugle dadurch schon ein ganze Weile mit einem der „Xe“. Zum einen natürlich aus Neugierde und zum anderen möchte ich den DX90 gern auf Arbeit lassen und nicht täglich an ihn denken und mit nach Hause mitnehmen müssen. Ich vergesse das Teil schon hin und wieder mal und ärgere mich beim Sport ihn nicht nutzen zu können. Ein Luxusproblem. Der Preis für den X1 II ist soweit gesunken, dass ich bereit war mir einen Zweit-DAP zuzulegen. Hätte ich nicht einfach dafür mein Smartphone nutzen können? Naja, so sehr ich auch zufrieden bin mit meinem, die Dinger sind heutzutage einfach riesig und der Kopfhörerausgang ist grottig. Das Handy scheidet somit aus.

Der FiiO X1 II ist etwas kleiner und noch handlicher als der DAP von iBasso. Das Display ist bei gleicher Auflösung einen Tick kürzer und m.E. dadurch grenzwertig klein. Man erkennt soweit alles, es ist aber dennoch echt winzig. Das ist sicherlich auch dem günstigen Preis geschuldet und wie beim iBasso bereits erwähnt, stört es mich nicht. Für die Robustheit und den Abwärmetransfer sorgt auch hier ein Metallgehäuse. Die Bedienung hat anfangs so seine Tücken. Das Display ist nicht touch sensitiv, stattdessen hat sich FiiO für ein Touchwheel entschieden. Man kennt das noch von den klassischen iPods. Man manövriert durch das Menü mittels Kreisbewegungen und bestätigt die Auswahl mit dem Button in der Mitte. Das Wheel lässt sich aber auch als Cursor einstellen. Man drückt dann die Richtung, in die man möchte. Ich war nach Aktivierung der Tastenfunktion irrtümlich in der Annahme, dass beide Arten der Bedienung gleichzeitig nutzbar sind, was öfters zur Irritation meinerseits führte. Da kam einiges stets durcheinander. Ich habe mich nun für die Kreissteuerung entschieden. Noch ein Punkt, den ich erwähnen möchte ist die Lautstärkeregulierung. Die erfolgt über eine Doppeltaste an der linken Gehäuseseite. Man kennt sowas vom Smartphone oder Tablet. Das Problem damit war, dass jedes Mal, wenn ich große Lautstärkejustierungen vornahm, der Musiktitel wechselte. Also bei lang gedrückter Taste. Ich brauchte einen Moment um zu erkennen, dass die Taste doppelt belegt ist, wenn das Display aus ist. Kurz drücken für die Lautstärke und lang für den Titelwechsel. Das sollte man ruhig zur Bedienung wissen. Generell bietet das Menü deutlich mehr Einstellmöglichkeiten als der DX90, bis hin zu unterschiedlichen Farbschemas und Sleep Timer.

Der Klang. Dieser ist straffer und weniger entspannt als der des DX90. Mehr „In-Your-Face“, was mir gut gefällt. Stimmen wirken eine Nuance heller als beim iBasso DAP. Wir reden hier aber von einem Unterschied, nahe an der Placebo-Grenze. Der X1 II hat eine etwas kleiner Bühnendarstellung als mein alter Player aber eine ebenso ausgezeichnete Instrumentenseparation. Auflösungseitig sind beide für mein Empfinden auf einem gleich guten Niveau. Da konnte ich keine Unterschiede ausmachen. Das spricht für den deutlich günstigeren FiiO DAP. Am Klang gibt es für meine Begriffe auch überhaupt nichts auszusetzen. Gefällt mir richtig gut. Der X1 II hat gleichfalls ordentliche Leistungsreserven um weniger effiziente Kopfhörer zünftig mit Pegel zu versorgen. Zwei Minuspunkte muss ich aber ansprechen. Der erste betrifft die Verzögerung, wenn man einen Button drückt. Das Pausieren oder der Trackwechsel können dann schon mal 1-2 Sekunden dauern. Man gewöhnt sich daran. Schlimmer finde ich den fest verbauten Akku. Ich hasse das! Auch wenn sich der Akku mit Montageaufwand austauschen lässt und er wirklich lange durchhält, es bleibt dabei – ist der Akku leer heißt es Ladepause einlegen. Mal schnell einen vollen einlegen ist nicht. Das ist der Hauptgrund dafür, warum mich so lange keine anderen DAPs ernsthaft interessiert haben. Ich werde mir auch ganz sicher nie einen DAP kaufen, der jenseits der 200€ kostet und einen fest verbauten Akku hat. Punkt.

Etymotic ER3XR

Vor ein paar Wochen war ich wieder zu Besuch bei Europas größtem MusikhausThomann. (Bericht gibt es HIER) Dort testeten MS und meine Wenigkeit u. a. auch diverse In-Ears. Allerdings wusste keiner der Probanden zu überzeugen. Weder die Modelle von Sennheiser, Beyerdynamic noch Bowers & Wilkens. Allerdings nährte dieser Testlauf das Bedürfnis mich mal wieder nach einem neuen Kopfhörerwinzling umzuhören. Vor ein paar Jahren hatte ich mir mal den Sennheiser IE80, aufgrund der damaligen positiven Bewertungen, auf Amazon bestellt. Das Ding war ein totaler Reinfall. Sound und Isolation einfach unterirdisch und das bei einem nicht gerade kleinen Preis. Diese Enttäuschung hatte mich lange ausgebremst weiter nach In-Ears zu suchen. Nichtsdestotrotz stolperte ich immer mal wieder über einen Namen: „Etymotic“. Der Hersteller wurde mir zudem auch mal von anderen Kopfhörenthusiasten empfohlen. 

Etymotic Research ist ein US-amerikanischer Hersteller, der sich einen Namen mit Hörhilfen, sowie präzisen Mess- und Analysegeräten gemacht hat. Sie bauten in den 80′ und 90′ quasi die Blaupause für alle heute gängigen Schall isolierenden HiFi In-Ears. Kurz gesagt: sie haben Ahnung von der Anatomie und Funktion eines menschlichen Ohres und wissen wie man In-Ears baut. „Eytmotic“ bedeutet wörtlich so viel wie: „dem Ohr treu“. Das haben die Amis sich zum Credo gemacht und das hat mich an denen auch gereizt. Keine „fancy-bling-bling“ Ohrstecker, sondern ehrliche Performer.

Der ER3XR war preislich in meiner Budget Domäne und genießt einen excellenten Ruf. 

Der technische Stuff

  • Frequenzbereich: 20 – 16.000 Hz
  • max SPL: 120 dB
  • Impedanz: 22 Ohm
  • 35 – 42 dB Außengeräuschdämmung
  • schwarzer Metallkörper mit eloxierter Oberfläche
  • steckbares Kevlar Kabel mit abgewinkeltem 3,5 mm Stereo-Klinkenstecker

An dem Wert für die Außengeräuschisolierung kann man erkennen, der Kopfhörer macht das Ohr einfach dicht. Das ist das erste, was einem auffällt wenn diese In-Ears richtig im Ohr sitzen. Das toppt die StageDiver nochmal deutlich und führt dazu. dass man fast den Bezug zur Realität verliert. Denn man hört nichts mehr um einen herum – nur Musik. Selbst in lauten Umgebungen bekommt man bei mittlerer Musiklautstärke nichts mehr von seiner Umwelt mit. Wirklich gar nichts mehr. Also Vorsicht damit im Straßenverkehr! Der richtige Sitz des ER3XR ist schon speziell. Der wird mit den Silikon-Aufsätzen seeehr weit ins Ohr eingeführt. Ansonsten liegen sie nicht perfekt im Ohrkanal an. Darauf muss man sich erstmal einlassen. Da ich aber, wie weiter oben bereits erwähnt, der Schaumstofftyp bin, nutze ich die Silikon-Tips nicht.

Der Sound des Etymotic ER3XR ist einfach nur beeindruckend. Der Kopfhörer bildet äußerst detailliert ab und besitzt einen straffen Klang mit spitzen PRaT. Dieses schnelle Reagieren auf Klanginformationen macht den Sound so gut. Hinzu kommt eine deutlich kleinere, mehr mittig zentrierte Bühne, als die vom SD-2S. Das interessante daran ist, dass mir diese Darstellung tatsächlich besser gefällt. Die Mischung aus dem schnellen Timing, der Detailwiedergabe, der verhältnismäßig kleinen aber exakten Bühnendarstellung und der Schallisolation von der Umwelt, kippt mich immer wieder aus der Realität. Ich bezeichne die Etymotic mittlerweile als VR-Brille für die Ohren. Ich hatte mich bei der Bestellung der In-Ears bewusst für die Ausführung mit dem „XR“ am Ende entschieden. Die zwei Buchstaben stehen für „Extended Response“ und weisen auf eine leichte Anhebung der Bässe hin. Die zweite verfügbare Variante hat im Namen statt des „XR“ ein „SR“ am Ende. Damit ist die neutralere Version ohne die Bassanhebeung gemeint. Ein bissel „Umpf“ wollte ich schon haben und bin froh über diese kleine, aber super dosierte Bassanhebung. Die fehlte mir beim SD-2S schon manchmal. Einen Kritikpunkt habe ich allerdings auch gefunden. Auch wenn die Höhen und Mitten recht neutral ausgelegt sind beim Etymotic In-Ear, so besitzt er doch einen kleinen Peak in den hohen Frequenzen, der selten aber dann doch merklich zum Zischeln führen kann. Dennoch alles im Rahmen.

Der ER3XR besitzt ein Metallgehäuse, ebenso wie der StageDiver ein abnehmbares Kabel und fällt im Größenvergleich zu diesem kleiner aus. Zum Aufbewahren liegt dem ER3XR ein kleines Soft-Täschlein bei. Diese ist zwar platzsparender als das Hardcase vom deutschen Konkurrenten, dafür ist der In-Ear darin nicht so gut geschützt. Beide Varianten benötigen aber kaum Platz für den Transport. Wer sich fragt, ob er nicht doch das Geld mehr für den ER4XR ausgeben sollte, dem sei gesagt, dass beide In-Ears absolut gleich klingen. Allein der Produktionsstandort, Kabel und Zubehör sind unterschiedlich. Wem es egal ist, ob der Etymotic In-Ear in den USA oder China gefertigt wird (für mich gibt es da qualitativ eh keinen Unterschied) und wer das zusätzliche Zubehör nicht benötigt, fährt mit dem günstigeren ER3XR genau so gut wie mit dem „4er„.

 

FiiO X1 II + Etymotic ER3XR

Nun will ich mal zum Ende kommen mit der Feststellung, dass das, was heutzutage an Klang aus solch winzigen Kopfhörern und Playern kommen kann, schon ganz ganz großes Kino ist und mir viel Freude bereitet. Kompliment an die Hersteller!

attix Verfasst von:

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