Death – The High Costs Of Living

Ich weiß gar nicht so recht, wie ich das jetzt beginnen soll. Einerseits bin ich hoch erfreut, denn gestern war ein sehr guter Tag. Warum? Ich bin endlich im Besitz einer von mir sehr lange gesuchten Platte. Andererseits werde ich an dieser Stelle nun einen kleinen Schwung aus meiner Sturm und Drang Zeit wiedergeben, möchte aber keinen falschen Eindruck hinterlassen. Mal schauen, wie das hier verläuft…

Es war Sylvester 1999/2000 und ich feierte diesen Anlass mit Freunden in der Dichter-und-Denker-Stadt Weimar. In der Gesellschaft in der ich mich befand, zumeist alte Schulfreunde mit gewissem Hintergrund, war es nur eine Frage der Zeit, bis ich das erste Mal von den verbotenen Früchten für die lange Nacht kosten würde. Diese Experimentierphase sollte nun zwei Jahre lang andauern. In dieser Zeit wurden für unsere „Privatveranstaltungen“ bestimmte Formen der Musik gebraucht. Mein bester Freund damals zum Beispiel, war überzeugter House-Musik Hörer. Ich für meinen Teil war dank der Tresor 100 fest auf harten Techno eingefahren. Beide Stile erwiesen sich aber als suboptimal für die ganz langen Nächte mit dem Löschpapier. Dafür bedurfte es spezielle Musik. Jeder unserer kleinen Sechsertruppe, der eine geeignete Nummer entdeckte, brachte diese, in welcher Form auch immer, mit. So entstand über die Zeit eine bestimmte Kollektion an Tracks, die quasi in Endlosschleife von Tape in diesen Nächten lief.

Diese Zeit ging, wie bereits erwähnt, nach zwei Jahren der Selbstfindung und Sorglosigkeit zu Ende. Über die darauffolgenden 17 Jahre war es mir scheibchenweise gelungen, die Namen all dieser Mix-Tape-Titel in Erfahrung zu bringen und zu sammeln. Meistens durch Zufall. Bis auf einen. Dieser stammte von einer CD, die ich mir geliehen hatte. Auf jener befand sich ein DJ-Mix von Tube Jerk aus dem Jahre 2001. Diesem Mix hatte ich gar nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt, bis mein Buddy, dem ich die CD überlassen hatte, mich auf die letzte Nummer dessen verwies. Volltreffer! Was für eine abgefahrene Scheibe! Diese wurde natürlich auf das berüchtigte Mix-Tape transferiert. Ärgerlich war leider, dass der Track anscheinend nur zur Hälfte an dem DJ-Mix „anhing“. Es war offensichtlich, dass diese sonderbare Nummer nicht mehr zu Tube Jerk gehörte. Jedenfalls brachte die Recherche danach nahezu Null Ergebnis. Irgendwie bekam ich wenigstens heraus, dass der gesuchte Titel, der erste eines Christian Vogel Live-Sets war. Dieser legte unmittelbar im Anschluss an den Auftritt von Tube Jerk auf. Die Mitschnitte stammten aus dem berühmten Stammheim. Aber weder das Durchblättern der Discografie von Tube Jerk, noch die von Christian Vogel brachte den Erfolg. Da Neil Landstrumm so ähnliche Nummern produziert hatte, checkte ich auch seine – ergebnislos. Und in einem „Akt der Verzweiflung“ fragte ich letztes Jahr auf YouTube, ob nicht einer weiterhelfen könne. Einer konnte. Endlich! Es war klar, dass ich die Nummer nach Möglichkeit auch gern auf Vinyl besitzen und in meine Kollektion einreihen würde. Ich Glückspilz erstand sie in „Mint“ für gerademal 4€. Also ungespielt. Dazu sei erwähnt, dass die Platte von 1994 stammt!

Nun besitze ich neben „Plastikman – Panikattack“, „Winx – How’s The Music“, „Brtschitsch & Galluzzi – Rotlicht A1“, und „LoSoul – Synchro“, um ein paar Namen zu nennen, auch diese. Damit geht eine lange Suche glücklich zu Ende.

Logisch, dass die Nummern im nüchternen Zustand bei Weitem nicht diese Erfahrung bieten wie bei der Vereinnahmung durch das „Sorgenkind“. Nichtsdestotrotz sind das richtig gute Tracks und sie werden mich auch weiterhin begleiten.

attix Verfasst von:

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